Illegale Software: Jedes vierte Programm unlizenziert

2014-07-11 09:27:00
 
Illegale Software: Jedes vierte Programm unlizenziert
Der Schaden geht in die Milliarden: Vor allem Media-Agenturen und die IT-Branche selbst sind die größten Sünder, wenn es um den Einsatz illegaler Software geht.

Die Nutzung kommerzieller Software ohne eine gültige Lizenz ist strafbar und dennoch weit verbreitet. Die Vereinigung großer Softwarehersteller BSA rechnet allein für Deutschland, dass hier jedes vierte Software-Programm unlizenziert im Einsatz ist. Hochgerechnet auf die entgangenen Einnahmen summiert sich der Schaden damit auf 1,5 Milliarden Euro. Weltweit liegt die Quote allerdings deutlich höher: Die BSA schätzt, dass sogar 43 Prozent aller Software-Programme ohne gültige Lizenz im Einsatz sind. Den Schaden beziffern die Experten auf mehr als 62 Milliarden US-Dollar.

Vor allem in China und in Schwellen- und Entwicklungsländern ist der Einsatz von Software ohne Lizenzen der Regelfall. In den aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie Brasilien oder Indien sind drei von vier Programmen unlizenziert. In Asien und der pazifischen Region entgehen den Softwareherstellern laut BSA Einnahmen von 21 Milliarden US-Dollar. Während in der EU der Anteil nicht bezahlter Software bei fast einem Drittel liegt und für Einnahmeausfälle von fast zehn Milliarden Euro steht, sind es in Nordamerika lediglich 19 Prozent bei einem Schaden von elf Milliarden US-Dollar.

Nicht immer ist beim Einsatz unlizenzierter Software Vorsatz wie etwa die bewusste Verwendung von raubkopierten Programmen im Spiel. Oft fehlen gerade bei Unternehmen Richtlinien, die eine korrekte Lizenzierung von Software beschreiben. Deshalb setzt sich die BSA und die sie tragenden Softwarehersteller wie Microsoft oder Oracle dafür ein, dass Unternehmen ihre Lizenzen mit so genannten Software Asset Management-Lösungen (SAM) verwalten.

Im ersten Halbjahr 2013 hatte die BSA in Deutschland über 100 Unternehmen wegen des Einsatzes unlizenzierter Software angezeigt. Die höchste Summe an Schadenersatz musste eine Firma aus der sächsischen Stadt Riesa mit 100.000 Euro Strafe bezahlen. Die meisten Softwaresünder kommen übrigens aus der Agentur-Szene und der IT-Branche.

Bildquelle: BSA

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