So erkennt man Fake-Shops

Ein Verein verkauft jetzt Rolex-Uhren oder iPhones für weniger als die Hälfte des Originalpreises? Das lässt aufhorchen und mahnt zur Vorsicht. Mehr als 16.000 Fake-Shops gibt es allein mit .de-Endung.

In der Corona-Krise haben Webshops Hochkonjunktur. Denn sie kennen keinen Lockdown wie im Einzelhandel. Das wissen auch Betrüger, die mit gefälschten Shopseiten arglose Kunden in die Falle locken. Die Kölner Digitalberatung wdp hat sich Shopseiten mal näher angeschaut. Das Ergebnis ist erschreckend: Mehr als 16.000 mutmaßliche Fake-Shops soll es allein mit der Endung .de für Deutschland geben.

Die mutmaßlichen Betrüger würden oft abgelaufene Domains von Vereinen, Parteien, Unternehmen oder sonstigen Marken verwenden, die sie zu Shops umfunktionierten, sagt Patrycja Tulinska vom Internet-Dienstleister PSW Group. "Hier generieren sie Bestellungen, die entweder mit minderwertiger Ware oder auch gar nicht erfüllen werden". Außerdem greifen Fake-Shops sensible Bankdaten ab, die Käufer bei Bestellungen auf der Webseite eingeben.

Der Betrug ist nicht leicht zu erkennen, denn viele Fake-Shops sind aufwendig und professionell im Auftritt, sie unterscheiden sich kaum von einem seriösen Shop. "Die Websites sind modern gestaltet, viele Produktfotos machen Lust auf Shopping, Navigation und alles weitere scheinen normal zu sein", so Tulinska. Und doch gibt es Indizien, die auf eine gefälschte E-Commerce-Webseite schließen lassen.

Wie kann man Fake-Shops erkennen?

Preis: Zu schön, um wahr zu sein - Zu einen ein sehr günstiger Preis. Nicht zu billig, also kein Ramsch, um nicht sofort Verdacht zu erregen. Aber eben auch kein marktgerechter Preis, wie er sich in Preisvergleichsportalen gut vergleichen lässt.

Fehlende Zahlungsmöglichkeiten - Vorkasse, Direktüberweisung oder die Zahlung per Kreditkarte sind oft die drei bevorzugten Zahlungsvarianten in Fake-Shops. Bei Nachnahme-Bestellungen sollten Kunden vorsichtig sein, wer weiß schon, was im Paket letztlich enthalten ist? Überweisung auf Auslandskonten sollte misstrauisch machen. Was oft fehlt sind: Kauf auf Rechnung, Paypal oder Amazon Pay.

Auffällige URL - Online-Käufer in Deutschland kaufen in der Regel nicht in Shops ein, deren Domain auf das Ausland verweist. Das wissen natürlich die Hintermänner von Fake-Shops und versuchen zu täuschen: www.beispiel.de.com statt wie zu erwarten wäre: www.beispiel.de. Domainname passt nicht zum Warenangebot. Auch wenn Domainname und Shop-Inhalt so gar nicht zusammenpassen, etwa wenn der Domainname auf den örtlichen Tierschutzverein schließen lässt, im Shop aber Sneaker, Rolex oder Babynahrung angeboten werden, sei Skepsis angebracht, warnt Sicherheitsexpertin Tulinska von PSW. Tausende aufgegebene .de-Seiten gibt es im Internet, hinter denen sich nun Fake-Shops verbergen. Wer wissen will, was früher einmal hinter einer URL steckte, kann auf der Webseite archive.org historische Internetauftritte anschauen.

Verkauf über Amazon-Marketplace & Co - Vorsicht auch bei großen namhaften Shops wie Amazon, auf denen auch Händler Waren verkaufen – bei diesem Anbieter im Marketplace. Einige schwarze Schafe schreiben beispielsweise neben den Bestellbutton, man solle den Händler doch bitte vor dem Kauf direkt per E-Mail kontaktieren. In einer solchen Mail könnte dann die Aufforderung stehen, man solle den Kaufpreis auf ein bestimmtes Konto überweisen, da der Shopanbieter gerade Probleme mit der Zahlungsabwicklung habe. Davon sollte man die Finger lassen.

Nur gute Bewertungen - Online-Shops geben auf ihren Websites natürlich vorrangig begeisterte Kundenstimmen wider, es finden sich dort meist nur euphorische Stimmen, kritische Äußerungen oder gar enttäuschte Erfahrungen gibt es nicht. Fake-Shops schreiben Bewertungen natürlich selber, die cleveren streuen angeblich kritische Bemerkungen ein, wie: Der Paketfahrer war unfreundlich.

Fehlende Angaben - AGB und Impressum sind für jeden Shop Pflichtangaben. Fehlen sie, begeht ein Anbieter eine Rechtsverletzung. Nur unseriöse, oft eben betrügerische Shops verzichten darauf. Ebenso fehlen bei Fake-Shops Angaben zu Kontaktmöglichkeiten. Wenn überhaupt vorhanden, wird eine Mailadresse wie beispielsweise von GMX, Web.de oder Google angegeben und keine mit der Domain des Shops gleichlautende Mailadresse.

Online Shop: Real oder Fake? Youtube-Video von ZDF WISO


Bildquelle: ntv/Screenshot

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