Sprache wählen
Softwarebilliger.de
Softwarebilliger.de

Tech-Support-Scam von falschen Microsoft-Mitarbeitern

Wenn Senioren massenhaft Google-Play-Gutscheine kaufen, sollten Verkäufer hellhörig werden. Immer wieder gelingt es dreisten Betrügern, mit der Microsoft-Masche Geld zu machen.

Falsche Microsoft-Mitarbeiter am Telefon: Dieser Trickbetrug klappt immer wieder. Die Polizei kann solche Meldungen auf Wiedervorlage setzen, denn jeden Monat veröffentlichen sie mehr oder weniger identische Fälle von Betrügereien.

Dieser Betrug, von dem die Polizei Essen berichtet, ist insofern interessant, als Mitarbeiter eines Discounters misstrauisch wurden. Denn eine 83-jährige Kundin kaufte wiederholt Google-Play-Karten im Markt, was den Kassiererinnen auffiel, da der Wert der Gutscheine erheblich war. Sie verständigten die Polizei.

Wie sich dann herausstellte, rief bei der Seniorin ein unbekannter Trickbetrüger an, der sich als "John" ausgab und auf Englisch mit indischem Akzent vorgab, Mitarbeiter von Microsoft zu sein. Das Opfer kaufte auf Anweisung die Google-Play-Gutscheine und sollte dem Anrufer die Codes am Telefon mitteilen. Ein Techniker würde sie dann demnächst bei ihr zuhause aufsuchen und ihr die gesamten Kosten erstatten, sagte der Trickbetrüger.

Kein Einzelfall. Seit einiger Zeit häufen sich nämlich die Beschwerden von Mülheimern und Essenern über Betrüger, die am Telefon behaupten, dass ihr Computer angeblich von Viren befallen sei.

Diese Masche klappte bei einem 76-jährigen Bochholter. Auf dem Monitor seines Computers war plötzlich ein vermeintlicher Sperrbildschirm erschienen. Mit einem solchen Popup wollen die Kriminellen den Eindruck erwecken, Schadsoftware gefährde den Computer. Der Mann rief die angegebene Telefonnummer an - und ein Unbekannter versprach, ihm zu helfen. 250 Euro sollte der "Support" kosten, dafür stellte der Mann am anderen Ende der Leitung eine lebenslange Garantie gegen einen Computerabsturz in Aussicht - bezahlbar ebenfalls über Gutschein-Codes. Als der Bochholter diese daraufhin in einer Tankstelle erwerben wollte, witterten auch dieses Mal die Mitarbeiter zu Recht den Betrug. Sie konnte den 79-Jährigen vor finanziellem Schaden bewahren. Pech hatte dagegen ein 61-jähriger Mann aus Lüdenscheid, wie sie Polizei Märkischer Kreis berichtet. Ein Unbekannter gab sich auf Englisch als Mitarbeiter von Microsoft Amerika aus. Er habe festgestellt, dass die Microsoft-Lizenz abgelaufen sei und sich mehrere Schadprogramme auf dem Rechner des Mannes befänden. Das Opfer erlaubte dem Anrufer den Fernzugriff auf den Computer, gab Kontodaten preis und ließ seinen Personalausweis scannen. Der Betrüger rief mehrmals an, die Gespräche zogen sich über viereinhalb Stunden hin. Offenbar nutzte der Unbekannte daraufhin das Bankkonto des Geschädigten für einen Geldtransfer. Der Betrüger deaktivierte das vorhandene Antivirenprogramm und installierte eine Reihe weiterer Dateien mit unbekanntem Zweck. Fast zeitgleich überzeugte ein anderer angeblicher Microsoft-Mitarbeiter einen 60-jährigen Breckerfelder, ihm Zugang zum Computer zu verschaffen. In diesem Fall nahm der Betrüger online Zugriff aufs Bankkonto und buchte Geld vom Konto des Geschädigten ab.

Die Polizei rät in allen solchen Fällen: Auflegen! Seriöse Unternehmen kontaktieren Kunden niemals unaufgefordert. Auf keinen Fall sollten die Angerufenen am Telefon private Daten wie Kennwörter, Zugangsdaten, Bank-Daten oder Kundenkonten verraten. Sie sollten Unbekannten auch keinesfalls Zugriff auf ihren Rechner gewähren.

Und wenn es schon passiert ist? Wer auf einen solchen Betrüger herein gefallen ist, der sollte seinen Computer vom Internet trennen und ausschalten. Über einen anderen Computer sollten Kennwörter geändert werden. Ein Fachmann sollte die ungewollte Software löschen. Der Fall sollte bei der Polizei zur Anzeige gebracht und Microsoft gemeldet werden. Microsoft hat für solche Tech-Support-Scams eine eigene Webseite einrichtet: www.microsoft.com/de-DE/reportascam.

Bildquelle: Rainer Sturm/Pixelio.de

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.