Social Divorcing: Liebes-Aus im Zeitalter der Digitalisierung

Der letzte Akt im Liebesdrama der Elisa Isoardi brachte ihr noch einmal zehntausende Likes in wenigen Stunden. Per Facebook oder Instagram dem Partner den Laufpass geben, liegt durchaus im Trend.

Social Divorcing wird als Mittel der Wahl noch selten angewendet, wenn man seinem Partner oder der Partnerin die Trennung verkünden muss. Nicht jeder will schließlich das Aus seiner Beziehung an die große Glocke hängen, wie es Elisa Isoardi gemacht hatte. Das war ganz großes Kino, wie sich die Freundin des damaligen italienischen Innenministers Salvini im November 2018 vom bekannten Politiker getrennt hatte. Öffentlichkeitswirksam per Instagram nämlich. Schlafend und mit nacktem Oberkörper lag der Minister noch auf der Brust seiner Freundin, nichtsahnend, dass sie in diesem Moment lächelnd und beglückt ein Selfie zum Abschied machte und die Welt an ihrem Liebes-Aus teilhaben ließ (siehe Foto). Ein gefundenes Fressen für alle Zeitschriften, die von der Welt der Promis und des Adels berichten.

Mit einer gewissen Signalwirkung für deren Leserschaft. So nimmt man zur Kenntnis, dass jeder zehnte Bundesbürger sich ein solches Social Divorcing zum Vorbild nimmt und dem Partner schon einmal per Facebook oder Instagram den Laufpass gegeben hat.

Das hat der ITK-Verband Bitkom in einer Umfrage ermittelt. Normalerweise berichten diese IT-Lobbyisten eher über die verbindenden nicht trennenden Kräfte von sozialen Plattformen. Aber im Zeitalter der Digitalisierung kann man eben nicht nur das Loblied auf Dating-Plattformen singen. Man muss vor allem der mit dem Internet sozialisierten Generation beibringen, wie man sich formvollendet und in allem Anstand trennt.

Denn jeder vierte junge Mensch hat schon einmal seine Beziehung per Messenger wie Whatsapp oder SMS beendet. Man kann es auch so sehen: Immerhin ist hier wenigstens der Hauch einer privaten Kommunikation erkennbar, wenn man durch eine Direktnachricht die Trennung ausspricht.

Mutig ist das zwar nicht, praktisch aber durchaus, ersparen sich doch vor allem Jüngere, die das Liebes-Aus per digitalem Medium durchaus in Ordnung finden, quälend lange Diskussionen nach dem Warum, Schuldvorwürfe, viele Tränen und schließlich Gehässigkeiten der oder des verzweifelten Verlassenen.

Immer noch besser, könnte man sagen, als eine Beziehung per Ghosting abzubrechen, also den Kontakt plötzlich und ohne jegliche Nachricht einzustellen. Sieben Prozent verfahren so, hat der Bitkom ermittelt. Am häufigsten aber beendeten die Bundesbürger ihre Liebesbeziehung immer noch im persönlichen Gespräch (68 Prozent). 44 Prozent haben per Telefon Schluss gemacht, 14 Prozent verkündet das Aus einer Beziehung durch eine andere Person, sechs Prozent greifen ganz klassisch zum Brief.

Bildquelle: Elisaisoardi/Instagram

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