Kinderspiel für Autodiebe dank unsicherer Keyless-Technik

BMW, Audi, Mercedes, Tesla: Allesamt neue und teure Premiummodelle, die mit einem praktischen Keyless-go-System ausgestattet sind. So praktisch, dass Diebe das Funksignal mit einer Funkverlängerung aus dem Elektrofachhandel abfangen. Schon öffnen sie die Türe und fahren davon.

Die Polizeiberichte dieser Republik häufen sich in jüngster Zeit mit Meldungen über gestohlene Luxusfahrzeuge. Glasscherben am Tatort finden die Beamten in der Regel nicht. Alle geklauten Autos der Premiumhersteller haben nämlich eines gemeinsam: In ihnen ist die praktische Keyless-Technik eingebaut, also der funkbasierte Autoschlüssen, der mit dem Wagen kommuniziert. Ist der Schlüssel in der Nähe, öffnen sich auf Knopfdruck die Türen und man kann den Wagen ebenso auf Knopfdruck starten und davonfahren - so lange der Sprit reicht.

Denn das Keyless-go-System, in vielen Fahrzeugen mittlerweile Serienausstattung, ist unsicher, wie Tests des ADAC in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk zeigen. Diebe haben rund zwei Minuten Zeit, den Entsperrcode mit einer im Elektrofachhandel oder im Internet gekauften Funkverlängerung abzufangen, den Wagen zu öffnen und zu starten. So lange nämlich bleibt die drahtlose Verbindung zwischen Fahrzeug und Schlüssel erhalten, wenn ein Besitzer seinen Wagen parkt und zusperrt.

Der ADAC hat eine Liste von 273 betroffenen Modellen mit der unsicheren Keyless-Go-Technologie veröffentlicht, 95 Prozent ließen sich problemlos öffnen. Betroffen sind übrigens auch Motorräder. Hier finden Sie die Liste des ADACs.

Die Zahl solcher Diebstähle nimmt rasant zu. 2017 kletterte die Schadenshöhe bei Autodiebstählen in Deutschland auf ein Rekordhoch von 320 Millionen Euro. Meist werden die Autos von organisierten Banden ins Ausland verbracht oder an Orten in der Nähe des Diebstahls rasch ausgeschlachtet. Denn Ersatzteile bringen offenbar einen höheren Gewinn.

Und sie verhindern vielleicht eine mögliche Nachverfolgung. Denn so mancher Dieb ist auf einer längeren Fahrt schon geortet und dingfest gemacht worden, wenn im Fahrzeug ein GPS-Ortungssystem eingebaut wurde.

Bildquelle: ADAC

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.