Dashcams bei Autounfällen nützlich

Wer ist schuld bei einem Autounfall? Vor Gericht können Dashcam-Aufnahmen Streitereien klären. Dauerhaft speichern sollte man Autofahrten aber nicht.

Seit der Bundesgerichtshof 2018 höchstrichterlich entschieden hat, dass Aufnahmen von Dashcams als Beweismittel vor deutschen Gerichten zulässig sind, sieht man immer öfter kleine Kameras auf dem Armaturenbrett von Autos, auf der Windschutzscheibe oder am Rückspiele kleben. Sie zeichnen das Verkehrsgeschehen auch in der Nacht auf, viele Modelle lassen sich mit einer App verknüpfen. Die Qualität der Aufnahmen variiert je nach Preis. 60 Bildern pro Sekunde (fps) sollten es schon sein, um bei schnell fahrendem Gegenverkehr auch noch das Autokennzeichen auf dem Standbild erkennen zu können.

Viele Dashcams erkennen dank eingebautem Beschleunigungssensor Unfälle, wenn das Fahrzeug plötzlich bremst oder beschleunigt und speichern Videosequenzen 60 Sekunden vor und 60 Sekunden nach einem Unfall auf einer Micro-SD-Karte. Alle anderen Aufnahmen werden aus Datenschutzgründen gelöscht. Denn eine anlasslose Speicherung des Verkehrs ist problematisch, da Persönlichkeitsrechte Dritter verletzt werden könnten. Aufnahmen, auf denen Personen oder Nummerschild zu sehen sind, sollten nicht in Sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Das kann hohe Bußgelder nach sich ziehen.

Zusatzkomponenten wie internes GPS, zweiter USB-Port am Ladestecker oder WLAN für die Steuerung über eine App sind nicht unbedingt notwendig, um strittige Unfälle vor Gericht zu klären. Käufer müssen dafür extra zahlen. Die Preise variieren dementsprechend zwischen 50 und mehr als 200 Euro.

Aufpassen sollte man bei Fahrten im Ausland. Denn andere Länder regeln die Verwendung von Dashcams anders als in Deutschland. In Österreich braucht man zum Beispiel eine Genehmigung für Aufzeichnungen des Straßenverkehrs. Der ADAC rät in Belgien, Luxemburg und der Schweiz von einer Verwendung ab, während der Einsatz in Frankreich, Niederlande, Dänemark, Polen und Tschechien relativ problemlos ist.

ADAC Dashcam-Test/Youtube


Quelle: ADAC
Bildquelle: Garmin

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