E-Scooter: Beim Preis kann der Fahrspaß schnell vergehen

Elektro-Roller erobert Großstädte, doch die Preise vieler Vermieter von E-Scootern sind zu hoch. Beim Vergleich mit Leihfahrrädern kann die neue Art städtischer Mobilität nicht mithalten.

In diesem Jahr dürften viele Touristen in europäischen Metropolen erstmals auf einen E-Scooter gestiegen sein. Ob München, Madrid oder Stockholm: Die Dienste sind in den letzten Monaten in vielen Städten geradezu wie Pilze aus dem Boden geschossen. Wir konnten spontan vergleichen: In Helsinki kosteten 30 Minuten Fahrt per Lime rund 11 Euro, in der lettischen Hauptstadt Riga waren wir bei Bolt mit 3 Euro für eine halbe Stunde dabei.

Das Ausleihen ist bei allen Anbietern denkbar einfach: Man lädt die App herunter, hinterlegt eine Zahlungsverbindung (Paypal oder Kreditkarte) und kann mit Geolokalisierung einen freien E-Scooter finden, per QR-Code entsperren und an einem beliebigen Platz in der City wieder abgeben. Die App zeigt an, wie viel Kilometer Reichweite noch möglich sind. 25 km/h sind die Elektro-Roller schnell, manche wie Lime haben eine gute und zuverlässige Bremse wie bei einem Fahrrad, andere wie Bolt-Scooter einen Knopf zum Drücken an der Lenkstande, der leider einen zu langen Bremsweg hatte (siehe Video).

Die Anbieter heißen Circ, Hive, Lime, Tier oder Voi und man kann durchaus sagen: Sie bereichern städtische Mobilität um ein neues, praktisches Transportmittel. Aber: Miet-Scooter sind keine ernsthafte Alternative zu Miet-Autos oder -Fahrrädern, sagt Mydealz. Das Verbraucherforum hat in sechs deutschen Großstädten untersucht, wie Bewohner und Touristen möglichst günstig von A nach B kommen.

Fazit: Anbieter von E-Scootern in deutschen Großstädten sind vergleichsweise teuer. Außerdem haben viele Dienste seit dem Marktstart ihre Preise deutlich angezogen. Auch ein dynamischer Preis, abhängig von der aktuellen Nachfrage, den manche Anbieter verlangen, sorgt nicht gerade für Preistransparenz. Sie knöpften ihren Kunden bei jeder Miete erst einmal eine pauschale Bereitstellungsgebühr in Höhe von jeweils einem Euro ab. Zusätzlich baten Hive und Voi Scooter ihre Kunden mit 15 Cent, Tier Mobility - je nach Stadt - mit 15 bis 19 Cent, Circ mit 15 bis 20 Cent und Lime sogar mit 20 bis 25 Cent pro Minute zur Kasse.

Den direkten Preisvergleich zu Anbietern von Leih-Fahrrädern konnten Anbieter von E-Scootern so nicht für sich entscheiden. Und preisbewussten Fahrern dürfte beim Blick auf die Uhr auch ziemlich schnell der Fahrspaß vergehen, schreibt Mydealz.

Elektro-Tretroller im Vergleich (NDR): Bildquelle: MFK

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