Facebook folgt Nutzern auf Schritt und Tritt

Geo-Tracking ist der Albtraum jedes Datenschützers und bares Geld wert für Facebook. Das soziale Netzwerk setzt auf immer mehr Lokalisierungsfunktionen.

Facebook-Gründer Marc Zuckerberg baut das soziale Netzwerk immer weiter durch Zukäufe aus und setzt dabei vor allem auf solche jungen Internetunternehmen, die sich auf Geo-Tracking spezialisiert haben. Das finnische Startup ProtoGeo ist die jüngste Akquisition. Die Firma hat mit Moves eine Fitness-App entwickelt, mit der Nutzer ihre Wegstrecken aufzeichnen können. Vier Millionen Menschen lassen über diese App ihre Daten aufzeichnen. Es könnten bald wesentlich mehr sein, wenn Facebook erst einmal beginnt, seine Fitness-App den weltweit 1,3 Milliarden Mitgliedern anzupreisen. Die App soll zwar weiterhin auch ohne eine Facebook-Mitgliedschaft nutzbar sein, die Verknüpfung von Daten aus dem sozialen Netzwerk und der Fitness-App liegen aber auf der Hand. Geolokalisierung in Echtzeit mit mobilen Werbeeinblendungen auf Smartphones, die Nutzer spontan in nahe gelegene Restaurants, Shops, Hotels oder Autovermietungen locken sollen, ist für Facebook ein Milliardengeschäft und für die Datenschützer der Alptraum schlechthin.

Zwei weitere Lokalisierungsfunktionen sind bei Facebook bereits möglich, wenn man die Facebook-App auf dem Smartphone nutzt. Mit Nearby Friends können Nutzer ihren Freunden zeigen, wo sie sich gerade aufhalten. Auf einer Karte wird der genaue Aufenthaltsort angezeigt. Mit Daten in Echtzeit gibt sich Facebook aber nicht mehr zufrieden. Wo sich Mitglieder zukünftig aufhalten werden, ist für die Datenanalysten beim Internetkonzern nicht minder spannend. Eine solche Prognose liefert die Funktion Traveling To, die Facebook-Nutzer seit einigen Tagen freischalten können. Dort werden Reisepläne eingetragen, so dass die Community künftig Hans Mustermann nicht nur beim Joggen oder Einkaufen auf einer Karte live beobachten kann, sondern auch weiß, dass er übernächste Woche in Antalya am Strand verweilen wird. Solche Funktionen und die Tatsache, dass mittlerweile rund eine Milliarde Mitglieder Facebook auf dem Smartphone nutzen, macht das soziale Netzwerk für Werbetreibende immer interessanter und Zuckerberg sowie seine Aktionäre immer reicher. Der Konzern konnte zuletzt seinen Quartalsgewinn auf 642 Millionen Dollar verdreifachen und den Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar steigern.

Bildquelle: Facebook

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