Berge von Elektroschrott: So kann man den Zuwachs stoppen

Die IT-Industrie setzt längst auf Recycling von Notebooks oder Desktops. Gut so! Denn das schont Ressource und mindert ein gigantisches Umweltproblem. Auch Verbraucher profitieren vom zweiten Lebenszyklus der Computer.

Es sind äußerst alarmierende Zahlen zum Elektroschrott, die der Global E-Waste Monitor gerade veröffentlicht hat. Für 2019 hatte die von den Vereinten Nationen (UN) getragene Forschungseinrichtung gigantische Elektroschrottberge gezählt, die sich weltweit auf fast 55 Millionen Tonnen summieren. Und mit fortschreitender Digitalisierung werden die Berge an Elektroschrott bis 2030 auf 74 Millionen Tonnen wachsen. Immer mehr kabellose Geräte mit Akkus tragen zum Anwachsen der Elektroschrotts bei. Der Schrott solcher E-Geräte wird sich binnen 16 Jahren verdoppelt, warnt der Bericht.

Die Regierungen in Europa wollen dieser Umweltverschmutzung durch Richtlinien und Gesetze eindämmen. Ob der gesetzliche Weg klappt, bleibt aber fraglich. Hoffnung auf weniger Elektroschrott könnte ein anderer Weg machen: Dass nämlich immer mehr Unternehmen auf Nachhaltigkeit setzen, ältere Computer aufbereiten und sie als gebrauchte und voll funktionsfähige Rechner in die Zweitvermarktung bringen und damit sogar Geld verdienen.

Vorgerechnet hat das kürzlich Hewlett Packard Enterprise (HPE). Das IT-Unternehmen hat bereits 1990 mit der Wiederaufbereitung und dem Verkauf gebrauchter PCs oder Server begonnen. In den eigenen IT-Refurbishment-Anlagen in Andover (USA) und Erskine (Schottland) werden auf insgesamt 37.000 Quadratmeter Fläche IT-Geräte meist aus dem Leasing wieder so Instand gesetzt, dass sie noch lange Jahre ohne Einschränkungen betrieben werden können.

Die beiden Zentren und viele Partnerunternehmen von HPE haben laut Firmenangaben allein 2021 drei Millionen Geräte verarbeitet. Vor allem Server, Netzwerktechnik und Speicher, Arbeitsplatzgeräte wie Desktop-PCs, Notebooks, Monitore, Drucker, Scanner und Telefone wurden fit für ein zweites Leben gemacht. Darunter auch Geräte anderer IT-Hersteller. Einsparung in einem Jahr: 12.000 Tonnen, die sonst auf Elektroschrott gewesen wären.

Die Kunden bekämen zu geringeren Kosten Gebrauchtsysteme, die denselben Qualitätsstandards wie für Neusysteme entsprechen sollen, so der Hersteller und rechnet das Ergebnis einer solchen Kreislaufwirtschaft vor: 703.462 Megawattstunden wurden eingespart, was einem Energiebedarf von rund 17.000 Haushalten entspricht. Außerdem 194 Tonnen CO2, was den Emissionen von etwa 43.000 Autos im Jahr gleichkommt. Und zudem hätten die Technology Renewal Center von HPE Kunststoffe im Äquivalent von 140 Millionen Plastikflaschen vermieden.

Der Trend zum nachhaltigen Wirtschaften kommt der Umwelt und letztlich auch dem Verbraucher zugute. Denn wiederaufbereitete Computer sind teils um bis zu 70 Prozent günstiger als Neugeräte. Abstriche bei den Leistungen müssen Käufer gebrauchter Notebooks oder Desktops nicht hinnehmen, denn dank nahezu ausgereifter Prozessoren sind in den letzten Jahren die technologischen Sprünge hinsichtlich der Performance von Computern nicht mehr so groß wie noch in den 90er oder 00er Jahren.

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Bildquelle: HPE

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