Die 65-Stundenwoche im Internet

Schufften, surfen, schlafen: so vergehen die Tage in unserem vernetzten 21. Jahrhundert. Das Smartphone hat die Welt radikal verändert. Der in die Hand geschrumpfte Hochleistungsrechner hat aber eines nicht geschafft: Den klassischen Personal Computer überfüssig zu machen. Der wird gerade wieder fleißig gekauft – wenn er denn zu haben ist.

Auch im zweiten Jahr der Pandemie verbringen Bundesbürger so viel Zeit im Internet wie noch nie. Einer aktuellen Studie der Postbank zufolge waren die Menschen in Deutschland über alle Altersgruppen und Geräteklassen hinweg 65,2 Stunden in der Woche im Netz.

Es gibt erhebliche Unterschiede nach Alter: Je jünger, desto mehr Zeit wird im Internet verbracht. 16- bis 18-Jährige sind im Schnitt 70,4 Stunden pro Woche online. Zum Vergleich: 2019, also vor der Pandemie mit Lockdown und Homeschooling, waren es noch 58 Stunden. Die Zahlen gehen aus der Jugend-Digitalstudie der Postbank hervor.

Bei der Frage nach der Gerätenutzung antworten junge Menschen fast unisono, dass sie ein Smartphone verwenden. Bei den 18- bis 39-Jährigen sind es 92 Prozent, bei über 40-Jährigen 80 Prozent. Doch der klassische Personal Computer ist nicht ausgestorben, wie manche Branchenkenner dies bereits vor langer Zeit behauptet hatten und von einer Post-PC-Ära sprachen, die mit dem Siegeszug des Smartphones beginnen würde. So ist es nicht!

In der Tat stockte zwar der PC-Verkauf nach der Einführung des Smartphones über viele Jahre hinweg. Homeoffice und Homeschooling haben indes die Nachfrage nach Personal Computer wieder stark belebt. Sogar Desktops, also nicht mobile PCs, sind wieder gefragt. Vor allem Mini-PCs sind sehr begehrt.  Mehr als die Hälfte der unter 40-Jährigen surfen laut Postbankstudie mit einem Desktop im Internet. Für Videokonferenzen sind Smartphones aufgrund ihrer kleinen Display-Größe eben nur bedingt geeignet.

Zudem gibt es für produktives und mobiles Arbeiten mit Büro-Software, Collaboration-Plattformen oder Email keine Alternative zum PC. Schüler und Studenten beispielsweise kaufen vor allem günstige Chromebooks. Aufgrund der starken Nachfrage nach Notebooks und Lieferschwierigkeiten greifen Kunden auch verstärkt zu generalüberholten Notebooks und stellen fest: gebrauchte Computer von Markenherstellern sind heute absolut leistungsfähig, in der Anschaffung günstig und – im Gegensatz zu manchen Neugeräten – auch verfügbar.

Ganz verdrängen wird das Smartphone, 14 Jahre nach seiner Markteinführung, den Computer sicher nicht, wie das mit anderen Geräten passiert ist. Als 2007 Apple das erste iPhone vorstellte, wurden in Deutschland rund 1,1 Million Smartphones und knapp 24 Millionen klassische Handys verkauft. Heute hat sich das Verhältnis umgekehrt: das Smartphone hat das Handy in die Nische eines Seniorentelefons verdrängt. Das Gleiche passiert nun dem Festnetztelefon, das man immer weniger in deutschen Haushalten sieht.

Bildquelle: Postbank

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