Druckerhersteller wegen Betrug angezeigt

Französische Verbraucherschützer gehen hart gegen zahlreiche Druckerhersteller vor. Der Vorwurf: Ihre Geräte zeigen leere Tintentankstände an, obwohl die Patronen noch gefüllt sind. Das Geschäft lohnt sich für die Hersteller sehr: Epsons Tinte koste doppelt so viel wie Chanel No. 5.

In Frankreich stehen diverse namhafte Druckerhersteller in der Kritik. Verbraucherschützer werfen ihnen Betrug vor, weil ihre Geräte den Austausch von angeblich leeren Tintenpatronen anzeigen, obwohl sie noch gefüllt sind. Dies erfülle den Straftatbestand der Verbrauchertäuschung. Der Fachbegriff dafür: Geplante Obsoleszenz. Also die berühmt berüchtigten Sollbruchstellen, die Geräte nach einer gewissen planmäßig kaputt gehen lassen oder, wie im Fall von Tintenpatronen, einen Leerstand und Wechsel des Verbrauchsmaterials vorgaukeln und Käufer vorzeitig zum Kauf von Ersatzpatronen drängen sollen.

Anders als in Deutschland ist die Obsoleszenz in Frankreich seit 2015 per Gesetz verboten. Die Verbraucherschutzorganisation Halte à l‘ Obsolescence Programmée (HOP) nennt auch konkrete Herstellernamen: HP, Canon, Brother und Epson.

Und die Franzosen machen eine plakative Rechnung auf, die zeigen soll, wie sehr sich für die Druckerhersteller das Geschäft nicht etwa mit der Hardware, sondern mit dem Verkauf von Tinte lohnt. Demzufolge sei Originaltinte von Epson doppelt so teuer als das Parfum Chanel No.5. Das berühmte Duftwasser als Eau des Parfum koste auf den Liter hochgerechnet 1.050 Euro, während ein Liter Epson-Tinte mit 2.062 Euro zu Buche schlägt.

Bildquelle: Canon

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