Routerzwang bei DSL-Anschlüssen sorgt für Ärger

Unliebsame Internet-Dienste wie kostenlose Online-Telefonate könnten Netzbetreiber sperren, wenn sie ihren Kunden zwingen, bestimmte Router einzusetzen

Der Zwang zur Nutzung eines bestimmten Routers, den Netzbetreiber wie Vodafone, O2 oder Kabelgesellschaften ihren DSL-Kunden vorschreiben, stößt auf Kritik. Insgesamt 16 Hersteller von Netzwerktechnik haben daher bei der Bundesnetzagentur und beim Bundeswirtschaftsministerium gegen den Hardwarezwang der Netzbetreiber protestiert. Sie lehnen den Einsatz vorkonfigurierter Router ab, weil Verbraucher dadurch erhebliche Nachteile und Einschränkungen in Kauf nehmen müssten.

Die Berliner Netzwerkfirma AVM, die die bekannten Fritz-Boxen herstellt, sieht die gesetzlich verankerte frei Wahl der Endgeräte verletzt. Der Routerzwang verhindere Innovationen in der Netzwerktechnologie und behindere zudem den freien Wettbewerb von Internet-Diensten. Internet-Anbieter könnten durch vorgeschriebene Hardware die Dienste kontrollieren, die ihre Kunden nutzen. So können Voreinstellungen in den Routern beispielsweise kostenlose Internet-Telefonie, bestimmte Online-Speicher-Dienste oder sogar Internet-Videotheken blockieren, die im Wettbewerb zu eigenen Angeboten der Netzbetreiber stehen. Es bestehe für Verbraucher die Gefahr, dass DSL-Anbieter die Kunden so auf eigene Dienste verweisen wollen, für die sie dann Zuschläge zahlen müssten.

Bildquelle: Vodafone

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