App-Entwicklung: Microsoft hinkt weit hinterher

100.000 Apps für Windows 8 wollte Microsoft im Metro-Store nach drei Monaten anbieten. Doch der Softwareriese stellte sich selbst ein Bein. Drei Monate nach dem Verkaufsstart des wichtigsten Produkts von Microsoft seit der Einführung von Windows 95 vor 17 Jahren muss der Softwarekonzern eine negative Zwischenbilanz bei der Appentwicklung für seine neuen Betriebssysteme Windows 8 und Windows RT ziehen. Lediglich rund 40.000 Programme für jeweils eine Plattform stehen im App-Store von Microsoft zur Verfügung. Die ursprünglich von Microsoft anvisierte Zahl von 100.000 Apps im Metro-Store zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich verfehlt, schreibt Chip Online. Damit liegt der Softwareriese weit abgeschlagen hinter Apple iOS und Google mit Android. Beide Wettbewerber kommen auf mehr als 700.000 Apps für mobile Geräte.

Inzwischen mehren sich kritische Stimmen seitens der PC- und Tablet-Hersteller am Konzept von Microsoft. Mit seinen untereinander nicht kompatiblen Apps für Windows 8, Windows RT und Windows Phone habe Microsoft die Kunden verwirrt. Das Dilemma werde im Februar noch verschärft, wenn Microsoft neben dem jetzt schon verfügbaren Tablet Surface mit Windows RT auch sein zweites Tablet Surface Pro mit dem Betriebssystem Windows 8 auf den Markt bringen wird. Beide Modelle basieren auf unterschiedlichen Plattformen, eine einheitliche Entwicklung von Apps für beide Varianten ist nicht möglich. Für Smartphones mit Windows Phone 8 müssen wiederrum andere Codes geschrieben werden.

Samsung hat aus dem Wirrwarr für die Kunden bereits Konsequenzen gezogen und angekündigt, in den USA keine Tablets für Windows RT zu produzieren. Der Chef des viertgrößten PC-Herstellers Acer, Jim Wong, geht in seiner Kritik sogar noch weiter. Windows 8 sei zu kompliziert, die Menschen verstünden das Betriebssystem nicht, zitiert die Wirtschaftswoche den Manager.

Bildquelle: Microsoft

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