Bundestagswahl: Jeder zweite Deutsche würde online wählen

Bundestagswahl: Jeder zweite Deutsche würde online wählen Computer statt Kreuz auf dem Wahlzettel? E-Voting würde wohl die Beteiligung an politischen Wahlen steigern. Noch bestehen aber Zweifel, ob die Stimmabgabe per Klick ohne technische Manipulationen durchgeführt werden kann.
br> Wahlen in Deutschland sind noch eine rein analoge Angelegenheit. Stimmabgabe und Auszählungen, so schreibt es das Gesetz vor, dürfen nicht mit technischen Hilfemitteln wie Computer erfolgen. Anders als in Ländern wie Estland oder der Schweiz sind hierzulande E-Voting oder der Einsatz von Computern in Wahllokalen nicht erlaubt. Technologisch wäre es ein leichtes, dass Bürger von zuhause mit ihren privaten Computern bequem bei politischen Wahlen abstimmen könnten, ohne ihre zuständigen Wahllokale aufsuchen zu müssen oder per Briefwahl ihre Stimme abzugeben. E-Voting im Ausland belegt, dass dadurch die Wahlbeteiligung deutlich steigt.

So wundert es nicht, dass jeder zweite wahlberechtigte Deutsche bei der Bundestagswahl 2017 gerne seine Stimme über das Internet abgeben würde, wie der IT-Sicherheitshersteller Kaspersky in einer Umfrage feststellte. 59 Prozent der Deutschen würden ihr eigenes, internetfähiges Gerät, beispielsweise Smartphone oder Computer, bevorzugen und damit unabhängig von Zeit und Ort abstimmen wollen. 39 Prozent würde einer Online-Wahl grundsätzlich vertrauen, lediglich ein gutes Viertel der Befragten misstraut dagegen Online-Wahlen.

Der positive Trend zu Online-Wahlen sei übrigens parteiübergreifend festzustellen, sagt die Kaspersky-Studie. Allerdings sei der Weg dorthin noch sehr weit. Denn ohne Cybersicherheit und Datenschutz ist E-Voting nicht möglich. "Das sind grundlegende Voraussetzung, gerade wenn es um ein sehr cybersicherheitskritisches Thema wie Online-Wahlen geht", sagt Kaspersky-Manager Holger Suhl. Aus technischer Sicht seien noch ein paar Schritte zu gehen, um politische Online-Wahlen als Wahlalternative bedenkenlos anbieten zu können, meint der Sicherheitsexperte.

Bildquelle: Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde

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