DSL-Anschluss: Speed-Test entlarvt lahme Provider

Teure DSL-Tarife versprechen schnelle Internetübertragung. Doch was in der Werbung vielversprechend klingt, sieht in der Praxis anders aus. 100 Mbit/s gebucht und regelmäßig bezahlt, doch oft können Provider die vertraglich zugesicherte Übertragungsgeschwindigkeit nicht einhalten und liefern deutlich geringere Bandbreiten, die zudem noch starken Schwankungen ausgesetzt sind. Über die Hälfte der vereinbarten maximalen Datenrate sollte der Anbieter im Durchschnitt aber liefern können und das regelmäßig, sagt Bettina Seute vom Onlinemagazin Teltarif. Einen ersten Anhaltspunkt für die Geschwindigkeit des Internetanschlusses liefern so genannte Speedtests.

Während des Tests werden Daten von einem externen Server sowohl herunter- als auch hochgeladen. Aus der Übertragungszeit errechnet sich die Geschwindigkeit. Verlassen sollten sich Verbraucher aber nicht zu sehr auf einzelne Tests. Trotz derselben Geräte und Anschlüsse können die Messungen voneinander abweichen. Ein erster Tipp von Seute: Nutzer sollten über einen längeren Zeitraum zu verschiedenen Zeiten messen und die Ergebnisse dokumentieren, falls es später Anlass zu Reklamationen geben sollte.

Zu hundert Prozent kann die Bandbreite nie bestimmt werden, auch nicht durch wiederholte Speedtests. Denn es gibt zahlreiche Faktoren, die eine Auswertung beeinflussen. Kritische DSL-Kunden sollten diese soweit wie möglich ausschalten. Dazu gehört, dass der Geschwindigkeitstest möglichst über ein Netzwerkkabel und nicht über WLAN durchgeführt wird. Nutzer sollten vor einer Messung offene Anwendungen und den Virenscanner schließen.

Auch weitere Rechner oder Geräte sollten während der Testphase das Internet nicht beanspruchen. Ein weiterer Faktor ist die Wahl des richtigen Servers, auf dem der Test durchgeführt wird. Viele Speedtests wie der häufig genutzte Dienst von Computerbild erkennen den Standort des getesteten Internetanschlusses und wählen den nächstgelegenen Server automatisch aus. Dann funktioniere die Geschwindigkeitsüberprüfung am besten, wenn die heruntergeladenen Testdateien auf einem regionalen Server liegen würden, sagt Bettina Seute von Teltarif.

Oft sind aber nicht die Provider schuld, wenn das Internet lahmt und nur schleppend Webseiten aufbaut oder sich ein Download quälend langsam hinzieht. Vor allem bei einer WLAN-Verbindung sollten Nutzer zuerst ihre Hausaufgaben machen und die Platzierung ihres Routers überprüfen. Weil Funkwellen auf ihrem Weg zum Ziel viele Wände und andere Hindernisse durchdringen müssen, sollten Router möglichst frei, erhöht und zentral in der Wohnung stehen. Dann funken die Geräte in der Regel zuverlässiger. Es kann auch sein, dass die WLAN-Schnittstelle älterer Router gar nicht für die maximale Bandbreite geeignet ist - dann kommt es zu einem sogenannten Flaschenhals. Hier hilft dann nur ein neuer DSL-Router.

Tipp: Durch den Einsatz von Tuning-Software kann der Internetzugang schneller gemacht werden. Das Tool verhindert, dass ressourcenhungrige Anwendungen die Internetgeschwindigkeit ausbremsen. Mehr Infos finden Sie hier.

Bildquelle: Kabel Deutschland

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