Facebook stoppt umstrittene Gesichtserkennung

Seit der Einführung der automatischen Gesichtserkennung Mitte 2011 laufen Datenschützer in Europa Sturm gegen Facebook. Nun lenkt das soziale Netzwerk ein und will nachbessern. Die Kritik von europäischen Datenschützern gegen Facebook fruchtet offenbar. Das soziale Netzwerk kündigte an, die automatische Gesichtserkennung in Europa nicht mehr zu verwenden. Eine Hintertür lässt sich Facebook aber offen.

Irische Datenschützer melden, dass Facebook seine umstrittene Funktion der automatischen Gesichtserkennung in Europa Mitte Oktober abschalten und die aus dieser Anwendung erstellten Nutzerprofile löschen will. Facebooks Europazentrale befindet sich in Irland. Neue Nutzer können auf diese Funktion bereits nicht mehr zugreifen. Facebook hatte die automatische Gesichtserkennung im Juni vergangenen Jahres in Deutschland eingeführt und die Funktion damit begründet, dass Nutzer mit dem Markieren von Personen auf Fotos in größeren Bildersammlungen ihre Freunde und sich selbst schneller erkennen könnten. Im Hintergrund gleicht die Facebook-Datenbank bei jedem neu hochgeladenen Foto gespeicherte biometrische Daten ab und schlägt dem Nutzer Personennamen vor. Datenschützer liefen gegen eine solche Funktion, die keine Zustimmung betroffener Personen vorsieht, Sturm. Nun lenkt Facebook ein.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johann Caspar per Verwaltungsanordnung Facebook aufgefordert, die Gesichtserkennung so einzurichten, dass sie mit den Datenschutzbestimmungen konform gehe. Facebooks Rückzug steht aber nicht im Zusammenhang mit dieser Forderung.

Beim sozialen Netzwerk denkt außerdem niemand über eine endgültige Abschaltung der umstrittenen Gesichtserkennung nach. Facebook-Europachef Richard Allan äußerte die Hoffnung, die Funktion wieder einzuführen, dann aber wohl mit einer Zustimmungslösung der auf den Fotos betroffenen Personen.

Bildquelle: Gerd Altmann, Shapes Mosh / Pixelio.de

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