Kostenfalle mobiles Internet im Urlaub

Smartphone-Besitzer mit Datenflatrate können eine böse Überraschung erleben, wenn sie im Ausland das mobile Internet nutzen. Vor allem außerhalb der EU kann Surfen mit dem iPad oder Handy richtig ins Geld gehen.

Die tägliche Nutzung des Internets auf Smartphones ist die beliebteste Anwendung bei den Usern, sie rangiert sogar noch vor dem eigentlichen Zweck eines Mobiltelefons: nämlich zu telefonieren. Im Gegensatz zu Telefongesprächen haben die meisten Nutzer aber kein gutes Gespür für das Datenvolumen, welches beim Aufrufen einer Webseite oder der Nutzung von webbasierten Diensten übertragen wird. Viele haben im Inland eine Datenflatrate und kümmern sich nicht weiter um das heruntergeladene Datenvolumen. Das kann sich vor allem dann rächen, wenn das Smartphone im ausländischen Urlaubsort eingesetzt wird. In der Vergangenheit mussten unvorsichtige Nutzer nicht selten mehrere Hundert Euro zusätzlich zu ihren Telefongesprächen für die mobile Datennutzung im Ausland zahlen. Erstmals hat die EU daher eine Obergrenze für Datenroaming bestimmt: Im EU-Ausland gilt ab 1. Juli 2012 eine Preisgrenze von 83 Cent pro Megabyte. Die Seite des Onlinenachrichtenmagazins Spiegel.de beispielsweise benötigt im Schnitt 200 Kilobyte, der Aufruf eines Youtube-Videos oder die beliebte Videotelefonie per Skype dagegen verbrauchen leicht zweistellige Megabyte-Raten für wenige Minuten Bildübertragung. Richtig teuer kann es werden, wenn die Urlaubsreise in ein Nicht-EU-Land wie Türkei, Schweiz oder in andere Kontinente geht, da hier die EU die Verbraucher vor überzogenen Roaminggebühren für Sprach- und Datentarife nicht schützen kann. Wer im Urlaub nicht auf das Internet verzichten will, sollte die Tarife für mobile Datenübertragung genau prüfen. Die Provider bieten in der Regel auch für das Ausland günstige Flatrates auf Tagesbasis an.

Urlaubsreisende, die ihr Smartphone nur gelegentlich im Urlaub nutzen wollen, sollten technische Vorkehrungen treffen und insbesondere automatische Aktualisierungen für Mails oder Updates abschalten. Wer Urlaubsbilder oder Videos vom Smartphone in einen Cloud-Speicher laden will, damit Freunde und die Familie sie zuhause abrufen und sehen können, sollte die Daten von einem Internetcafé aus senden. Dabei muss man aber gewisse Sicherheitsstandards beachten: Die Speicherung von Zugangsdaten keinesfalls akzeptieren und die Verlaufsübersicht besuchter Webseiten (Chronologie) im verwendeten Browser löschen. Finanzielle Transaktionen wie Überweisungen, Online-Shopping der Zahlungen per Paypal sollten dagegen bei öffentlichen Hotspots tabu sein.

Zur Daten- und Kostensicherheit gehört auch, dass die Geräte mit einer Code- und Passwortsperre versehen werden, raten Sicherheitsexperten. Die Polizei weist ebenfalls auf einen bislang wenig beachteten Punkt hin: Urlaubsinformationen wie Aufenthaltsort und –dauer über soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ zu verbreiten, ist für Fans und Freunde sicher genauso interessant wie für Einbrecher. Wer sein Mitteilungsbedürfnis im Urlaub nicht zügeln kann, sollte die Einstellungen seiner Postings überprüfen und sie nur bestätigten Kontakten und für die Öffentlichkeit sichtbar machen.

Eine gute Übersicht über die Daten-Roaming-Tarife der drei deutschen Netzbetreiber hat Focus.de zusammengestellt: ttp://bit.ly/MahfZL).

Bildquelle: Vodafone

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