Online-Speicher Mega: Kim Schmitz ist wieder da

Eine Million Kunden binnen 24 Stunden: Der von Hollywood-Studios meist gehasste Internetunternehmer Kim Schmitz beglückt Nutzer mit 50 Gigabyte Gratisspeicher.

Der in Neuseeland tätige, aus Kiel stammende Internetunternehmer Kim Schmitz hat ein Jahr nach der Razzia und Schließung seines Filesharing-Portals Megaupload wieder einen solchen Dienst in Betrieb genommen. Mega (mega.co.nz) heißt der neue Cloud-Speicher und wird seinem Namen absolut gerecht: Nutzer können Daten bis zu 50 Gigabyte umsonst bei Mega speichern, verwalten und mit Freunden per Downloadlink teilen. Andere Speicher-Dienste wie Dropbox, Amazon oder Google bieten deutlich weniger kostenlose Speicherkapazität. Der am vergangenen Sonntag mit einer spektakulär inszenierten PR-Show gestartete Online-Dienst meldete am ersten Tag mehr als eine Million angemeldete Nutzer. Die Server von Mega waren deswegen zweitweise in die Knie gegangen.

Die Besonderheit bei Mega: Die von den Nutzern in den Cloud-Speicher geladenen Dateien werden automatisch verschlüsselt und sollen so weder von Mega-Mitarbeitern noch von anderen nicht autorisierten Personen ausgelesen werden können. Nur der Nutzer kann die Daten entschlüsseln. Eine Hintertür, etwa für Ermittlungsbehörden, gäbe es nicht. Mega versteht sich als Service-Provider, der lediglich die technische Plattform zum Archivieren und Teilen der Daten zur Verfügung stellt. Damit will Mega verhindern, dass der Dienst für illegale Inhalte seiner Mitglieder zur Verantwortung gezogen werden kann.

Die US-amerikanische Musik- und Filmindustrie hatte dem Vorläuferunternehmen von Mega, Megaupload, nämlich vorgeworfen, eine Raubkopier-Maschinerie zu sein und auf eine Schließung des Portals und Verhaftung seines Gründers gedrängt. Schmitz soll, so der Vorwurf der US-Bundespolizei FBI, nicht nur von den Urhaberrechtsverletzungen der Megaupload-Nutzer gewusst, sondern selbst Copyright-Verstöße in erheblichem Umfang begangen haben. Der Unternehmer streitet dies ab.

Der aus Kiel stammenden Internet-Millionär Kim Schmitz, der sich mittlerweile Kim Dotcom nennt, war schließlich wegen des Vorwurfs, ein illegales Filesharing-Unternehmen zu betreiben, vor einen Jahr in Neuseeland vorübergehend verhaftet worden. Alle seine Mega-Portale wurden auf Drängen der USA geschlossen US-Ermittler fordern immer noch seine Auslieferung, Schmitz steht in seiner Villa Dotcom Mansion bis heute immer noch unter Hausarrest. Mittlerweile ist aber klar, dass sowohl die Aktionen des neuseeländischen Geheimdienstes, der Schmitz abgehört und die Informationen an den FBI weitergeleitet hatte, als auch die Razzia bei Megaupload illegal waren. Neuseelands Premierminister John Key entschuldigte sich daraufhin öffentlich bei Schmitz.

Medienberichten zufolge soll der schillernde 39-Jährige, der neben Megaupload auch noch Portale wie Megavideo betrieben hatte, jährlich über 40 Millionen Dollar verdient haben. Über seine Auslieferung in die USA werden die Gerichte in Neuseeland möglicherweise Mitte dieses Jahres entscheiden.

Bildquelle: Twitter.com/KimDotcom

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