Raffinierte Tricks verteuern Schnäppchen-Reisen

Hier noch eine Reiseversicherungen untergeschoben, dort ein satter Aufschlag für Kreditkartenzahlung: Viele Internetreise-Anbieter langen kräftig zu und verstecken mitunter sogar preistreibende Zusatzkosten.

Mit der teilweise illegalen Bündelung von Reisekosten und versteckten Zusatzgebühren treiben Online-Reisebüros günstige Reisen im Preis nach oben. Das vermeintliche Schnäppchen kann bei der Buchung mehrere hundert Euro teurer werden. Computerbild hat die Angebote fünf großer Internetreise-Anbieter getestet und der Branche kein gutes Zeugnis ausgestellt. Bei vier von fünf Online-Buchungen verteuerte sich der Angebotspreis, teilweise sogar sehr deutlich.

Um die Urlaubspreise in die Höhe zu treiben, nutzen viele Anbieter immer noch eine mittlerweile verbotene Masche: Bei zwei der Testkandidaten sind Reiseversicherungen im Buchungsformular automatisch ausgewählt, aber nicht im Angebotspreis enthalten. Laut Urteil des Bundesgerichtshof ist eine solche Praxis illegal. Besonders dreist geht hier laut Computerbild der Anbieter Ab-in-den-Urlaub vor: Der hier voreingestellte Reiseschutz endet nicht automatisch nach der Reise, sondern läuft für 118 Euro jährlich weiter.

Ein weiterer Kostentreiber ist die Bezahlung mit Kreditkarten. Alle Anbieter verlangen dafür Gebühren von pauschal 15 Euro oder zusätzlich 0,6 bis einen Prozentpunkt des Reisepreises. Bei Anbieter Expedia kosten selbst Überweisungen drei Euro Aufschlag. Aber auch systemtechnische Einstellungen in den Abfragetools der Anbieter sorgen manchmal dafür, dass Verbraucher noch im Laufe des Bestellvorgangs unerwartet höhere Preise auf dem Bildschirm angezeigt bekommen. Bei Ab-in-den-Urlaub sei der Preis für einen Algarve-Urlaub von 803 auf stolze 998 Euro gestiegen, schreibt Computerbild.

In der Gesamtbewertung schnitt Anbieter Opodo laut Computerbild am schlechtesten ab: Je nach Ferientrip kamen Kosten zwischen vier und 57 Prozent dazu - bei drei- oder vierstelligen Reisepreisen kann der Aufpreis mehrere hundert Euro erreichen. Mit 627 Euro erzielte Ab-in-den-Urlaub die höchste Preissteigerung für eine einzelne Reise. Computerbild wertete 133 Fälle von fünf Online-Reiseanbietern aus. Bei 106 Angeboten war die Reise am Schluss teurer als der ursprünglich beworbene Preis.

Bildquelle: obs/Münchener Verein Versicherungsgruppe

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