Verkehrte DSL-Welt: Langsames Internet teurer als schnelles

Highspeed-Internet ab 100 MBit/s ist binnen eines Jahres um ein Viertel günstiger geworden. Es gibt aber große Preisunterschiede zwischen bundesdeutschen Städten. Stärkster Preisrückgang verzeichnet Dresden, den geringsten gab es in Berlin. Ein Wechsel des Providers lohnt sich fast immer.

Schnelles Internet ist günstiger als langsames. Das ist kurios, aber dem harten Wettbewerb und den unterschiedlichen Geschäftsmodellen der DSL-Anbieter geschuldet, die mal als Provider mit eigenem Netz oder mal als Vermarkter ohne Infrastruktur auftreten. Die überaus positive Folge für Verbraucher: Doppelflats (Internet und Telefon) ab 100 MBit/s kosteten im Juli 2017 durchschnittlich zehn Prozent weniger als Tarife mit 50 MBit/s. Grund: Internetprovider mit Bandbreiten ab 100 MBit/s sind in der Regel Netzbetreiber. Sie müssen keine Gebühren für die Nutzung ihrer Netze zahlen und können daher schnellere Geschwindigkeiten zu besseren Preisen anbieten.

In den Genuss sinkender Preise kommen aber nicht alle. Trotz massiver Investition in den Breitbandausbau ist Highspeed-Internet noch nicht flächendeckend verfügbar. Im September 2016 fiel der Durchschnittspreis für 100 MBit/s erstmals unter den für 50 MBit/s. Seither sind Verträge mit Highspeed-Internet durchschnittlich acht Prozent günstiger als Tarife mit 50 MBit/s. Besonders für Chemnitzer lohnt sich die Surfgeschwindigkeit ab 100 MBit/s: Im Vergleich zu einem langsameren Tarif sparen sie im Schnitt 31 Prozent. In Bonn dagegen sind Doppelflatrates mit 100 MBit/s durchschnittlich sechs beziehungsweise 16 Prozent teurer als Tarife mit 50 MBit/s bzw. 16 MBit/s.

Highspeed-Internet ist 2017 so günstig wie nie. Zwischen März 2015 und Juli 2017 fiel der durchschnittliche Effektivpreis für Internettarife mit mindestens 100 MBit/s um 25 Prozent. Im Juli 2017 kostete eine Doppelflatrate mit Highspeed-Internet im Schnitt der 50 größten deutschen Städte 26,72 Euro effektiv pro Monat. In Dresden sank der monatliche Durchschnittspreis sogar noch stärker. Hier zahlten Internetkunden für einen Doppeltarif ab 100 MBit/s im Schnitt 31 Prozent weniger als 2015. In Berlin dagegen sank der Preis für diese Surfgeschwindigkeit im gleichen Zeitraum nur um 14 Prozent. Die durchschnittlichen Effektivpreise unterscheiden sich regional vor allem durch Sonderaktionen wie Neukundenboni oder Wechselprämien der Provider.

Bildquelle: Sony

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