Viele Online-Reiseportale schneiden schlecht ab

Die Stiftung Warentest hat von neun Reiseportalen lediglich drei mit der Note "gut" bewertet. Hauptkritik: Falsche Werbeversprechen, nicht verfügbare Angebote und untergeschobene Kosten für Zusatzleistungen.

In die Urlaubsplanung investiert der Deutsche viel Zeit, schließlich müssen die schönsten Wochen des Jahres perfekt vorbereitet werden. Dafür sucht der Reisende im Durchschnitt 13 verschiedene Webseiten auf und benötigt neun Stunden von der Recherche bis zu Buchung. Dass fast alle Online-Reiseportale ihre Angebote aus einer einzigen Quelle beziehen, nämlich von der Aachener Firma Traveltainment, ist weithin unbekannt. Das Unternehmen ist einer der größten Anbieter von Software¬lösungen für die Touristik. Trotz der weitgehend gleichen Datenbasis unterscheiden sich die Online-Reisevermittler voneinander, weil sie noch zusätzliche Reiseanbieter und Zusatzleistungen in ihre Buchungsportale einbinden und mit Beratungskompetenz werben. Doch bei vielen Anbietern ist es mit den Versprechen nicht weit her, wie die Stiftung Warentest berichtet.

Lediglich drei von neun getesteten Online-Reisevermittler schnitten bei der Buchung einer Pauschalreise mit der Note "gut" ab. Dazu gehören .de, Travelscout24.de und Travelchannel.de, schreibt die Zeitschrift in ihrer November-Ausgabe. Die schlechtesten Anbieter, Ab-in-den-Urlaub.de und Ebookers.de, bekamen lediglich die Note 3,6.

Die Warentester kritisierten vor allem die nicht eingehaltene Beratungsqualität, mit der die Portale lediglich werben. Nur Travelscout24 hält die Zusage auch tatsächlich ein. Ärgerlich ist vor allem auch der Umstand, dass jede zehnte Reise nicht verfügbar ist. Bei allen Anbietern muss der Kunde, nachdem er viel Zeit für die Auswahl seiner Reise verwendet hat, die Verfügbarkeit erst abfragen.

Ist die Reise schließlich gefunden und will der Kunde sie auch buchen, versuchen einige Portale Zusatzangebote wie Reiseversicherungen zu verkaufen. Unseriöse Anbieter haben solche Angebote voreingestellt, so dass viele Kunden sie bei der Reisebuchung unwissentlich mit dazu buchen. Das verstößt zwar gegen ein Urteil des Euro¬pä¬ischen Gerichts¬hofs, der im Sommer dieses Jahres eine solche Praxis verboten hatte. Doch daran haben sich laut Stiftung Warentest nicht alle Online-Reiseportale gehalten.

Bildquelle: obs/Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

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