Android: Zahl kritischer Sicherheitslücken wächst

Der rasante Erfolg von Googles Android-Betriebssystem birgt für Nutzer erhebliche Risiken. Fehlende oder zu spät ausgerollte Updates spielen Hackern in die Hand.

Den Preis für Googles überragenden Erfolg mit seinem mobilen Betriebssystem Android bezahlen am Ende die Nutzer von Smartphones und Tablets. Denn Android ist noch vor iOS von Apple die am häufigsten verbreitete Plattform, und deswegen entwickeln Hacker gefährliche Schadsoftware auch zuerst für Android-Geräte. Die Zahl der Schwachstellen dieses Betriebssystems ist hoch: Bereits 350 kritische Lücken hat das Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in den ersten acht Monaten dieses Jahres für Android-Systeme registriert und damit mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Schlimmer wird das Bild bei genauer technischer Analyse der Mängel: Bei rund 70 Prozent der Lücken handelt es sich um kritische Schwachstellen, stellt das HPI fest. Die rasante Zunahme erklärt das HPI nicht nur mit dem hohen Verbreitungsgrad von Android. Googles Betriebssystem werde durch stetige Aktualisierungen und Erweiterungen auch komplexer und damit fehleranfälliger.

Umso wichtiger: Käufer von Android-Systemen sollten darauf achten, Geräte von solchen Herstellern auszuwählen, die regelmäßig Updates durchführen, rät das HPI. Zudem empfehlen Sicherheitsexperten, auf allen mobilen Geräten Antivirenschutz und IT-Sicherheitssoftware zu installieren. Solche Programme können per Softwaredownload erworben und sofort eingesetzt werden.

Das HPI unterhält als Forschungseinrichtung eine Datenbank für IT-Angriffsanalysen, die aktuell rund 77.000 Schwachstellen beinhaltet. Grundlage dafür sind über 190.000 Programme von rund 15.000 Herstellern. Die Datenbank sammelt alle wesentlichen im Internet veröffentlichten und frei verfügbaren Angaben über Software-Sicherheitslücken und -Probleme.
Bildquelle: Zurich Gruppe Deutschland


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