Cloud-Speicher mit vielen Schwächen

Dropbox und ähnliche Speicher-Dienste schneiden im Test wenig überzeugend ab. Nur verschlüsselte Daten sind sicher.

Dropbox ist mittlerweile zu einem Synonym für die Datensicherung in der Cloud. Wie gut und sicher die vielen Cloud-Anbieter sind, die mit Gratis-Speicherplatz werben, wollte die Stiftung Warentest herausfinden. 13 Anbieter haben die Experten unter die Lupe genommen. Fazit: Kein Cloud-Dienst erhielt eine bessere Note als "befriedigend", sechs Unternehmen mussten sich mit der Note "ausreichend" zufrieden geben.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausspähskandale staatlicher Behörden untersuchte Stiftung Warentest, wie sicher die Daten im Cloud-Speicher vor dem Zugriff Dritter sind. Alle Anbieter verschlüsseln zwar die Daten ihrer Nutzer, da aber da fast alle eine Kopie des Schlüssels behalten, lassen sich die Daten von Dritten auslesen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Cloud-Dienste in Europa oder den USA ihre Rechenzentren stehen haben. Datenschutzbestimmungen unterscheiden sich stark nach den Herkunftsländern der Anbieter. Die Tester empfehlen bei der Wahl eines Cloud-Dienstes Unternehmen mit Sitz in Europa, da diese Anbieter den strengen deutschen Auflagen am nächsten kommen und immerhin beim Datenschutz besser abschneiden als US-Firmen. Behörden in den USA könnten bei US-Diensten leichter an Daten herankommen, unabhängig davon, ob die Daten von US-Nutzern oder Bürgern anderer Ländern in die Cloud-Speicher geladen werden, schreibt Stiftung Warentest.

Wer auf Nummer sicher gehen will, dem raten die Tester auf Verschlüsselungsprogramme zurückzugreifen. Kostenlose Anwendungen wie Boxcryptor oder Cloudfogger würden zwar zuverlässig verschlüsseln, dafür müssten die Nutzer aber eine kompliziertere Handhabung in Kauf nehmen und könnten einige Funktionen wie Bildergalerie-Tools nicht verwenden, weil sich verschlüsselte Dateien nicht in Galerien der Cloud-Dienste anzeigen lassen.

Oft fehlen auch wichtige Hilfsfunktionen, die eine Bedienung der Cloud-Dienste einfach machen, kritisieren die Tester. Große Unterschiede stellten die Experten bei der Übertragungsgeschwindigkeit fest. Um ein Gigabyte Daten hochzuladen, brauchte ein Cloud-Anbieter fast einen halben Tag, während andere das Datenpaket in knapp 30 Minuten auf ihre Server luden.

Die Warentester empfehlen daher nicht alle Daten auf der Festplatte in einen Cloud-Dienst abzulegen, sondern nur ausgewählte Dateien hochzuladen. Je nach Anbieter stehen den Nutzern zwischen zwei und 25 Gigabyte Kapazität kostenlos zu Verfügung. Der ausführliche Bericht ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift "Test" erschienen.

Bildquelle: Strato

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