Fluggesellschaften haben unsichere Webseiten

Hacker können auf unsicheren Webseiten einiger Airlines leicht persönliche Daten von Flugreisenden abgreifen und Schaden anrichten. Auch sonst sind viele Airline-Internetseiten kundenunfreundlich.

Die Webseite einer Fluggesellschaft ist für Reisende die erste Anlaufstelle, wenn es um Umbuchungen, Stornierungen oder das Online-Einchecken geht. Die Zeitschrift Computer Bild hat rechtzeitig vor der kommenden Reisewelle zu Pfingsten sieben Internetseiten der am häufigsten genutzten Fluggesellschaften auf Übersichtlichkeit, Kostentransparenz, informative Inhalte, leichte Bedienbarkeit, Datensicherheit und eine umfassende Aufklärung über Ansprüche und Flugoptionen getestet. Fazit: Viele Internetseiten werden diesen Anforderungen nicht gerecht. Erschreckend sind laut Computerbild vor allem "eklatante Datensicherheitslücken".

So könnten Profi-Hacker auf den Fluglinien-Websites mit etwas Aufwand sensible Daten abgreifen, schreibt die Zeitschrift. Die Gefahr sei dann am größten, wenn Nutzer etwa ihre Adresse oder Kreditkartendaten an öffentlichen Orten eintippen. Besonders nachlässig sind Air France und Emirates: Sie böten lediglich eine unverschlüsselte Registrierung an. Daten könnten leicht bei Login und Zahlung abgegriffen werden. Deshalb würden sensible Kundeninformationen schnell an Dritte gelangen, so die Tester.

Darüber hinaus weisen viele der getesteten Online-Angebote deutliche Mängel bei der Aufklärung der User auf. Vor allem bei der Kostentransparenz gibt es Defizite: Wie die Rückerstattungsansprüche bei Stornierungen aussehen, bleibe oft ungenau.

Testsieger wurde die Webseite der Lufthansa. Das Portal überzeuge mit aufgeräumtem Design, klaren Menüs und einfacher Bedienung. Sicherheitslücken seien kaum festzustellen. Abzüge gab es für die Airline bei den teuren Sitzplatzreservierungen. Auf Platz zwei landet die Lufthansa-Tochter Germanwings, die eine komfortable Flugsuche, viele Verwaltungsoptionen und gute Verständlichkeit bei den angebotenen Leistungen bietet. Abzüge gab es wegen Schwächen bei der Datensicherheit und den Preisen für Gepäck, die bei Germanwings höher seien als bei der Konzernmutter Lufthansa.

Die beiden Schlusslichter des Tests bilden die Angebote von Emirates und Turkish Airlines. Neben den klaffenden Sicherheitslücken sorgen hohe Stornokosten, wenige Extras wie zum Beispiel Versicherungsangebote, fehlende Transparenz und unübersichtliche Hilfeseiten für die negativen Platzierungen, schreibt Computer Bild. Das Angebot von Turkish Airlines ließ sich außerdem nur umständlich bedienen und fiel mit schlecht übersetzen Inhalten auf. Positiv: Beide Anbieter bieten bei der Online-Buchung eine Freigepäckgrenze von bis zu 30 Kilo.

Tipp

Nutzer sollten proaktiv ihre Computer vor Internetbedrohungen schützen und stets aktuelle Antivirenschutz-Software verwenden.

Bildquelle: Emirates

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