Goldfisch schlägt Mensch

hallo, passwort und hallo123 sind die drei beliebtesten deutschen Passwörter. Wer seine Konten so schützt, könne seine Zugangsdaten auch gleich über Facebook oder Twitter veröffentlichen. Wohl nur unverbesserliche Optimisten feiern den 5.Mai und glauben an diesem Tag an das Ende der digitalen Bequemlichkeit.

2015 hat Microsoft eine viel beachtete Studie veröffentlich, die bei der Untersuchung von 2.000 Kanadiern eines belegt haben soll: Goldfische können sich länger konzentrieren als Menschen. Während der Zierfisch einem Impuls immerhin neun Sekunden Aufmerksamkeit schenkte, konnten sich Menschen lediglich acht Sekunden konzentrieren. Nun ja, die Gattung Cyprinus muss auch nicht - wie wir - Fernsehen schauen und gleichzeitig Snapchat, Whatsapp und Twitter im Fischauge behalten. Andererseits: Würde der Goldfisch Passwörter für Social Media oder sonstige Konten vergeben können, er träfe womöglich sicherere Codes als Homo sapiens. Denn eines steht fest: Bei der Wahl schwer zu knackender Passwörter würde ein Goldfisch den Menschen locker schlagen. Die zehn am meisten gewählten deutschen Passwörter sind nämlich an Einfallslosigkeit nicht zu übertreffen. Das Hasso-Plattner-Institut hat sie Ende vergangenen Jahres veröffentlicht: Auf Platz 1 - wenigstens zeigt der deutsche Internetnutzer vorbildliche Umgangsformen - steht "hallo", gefolgt von "passwort" - man will dem Hacker schließlich helfen, wo er besagten Code eingeben soll, oder ihn zur sichtlichen Motivation dann doch ein wenig vor eine knifflige Hürde stellen und wählt auf Platz 3 des beliebtesten deutschen Passworts "hallo123". Und da das Hacken von Konten gar so langweilig ist, denkt Homo ludens an Fußball und wählt - auf Platz 4 - "schalke04", bevor ihn ob dieser gewaltigen Schwierigkeit das schlechte Gewissen plagt und er wieder auf simplen Code "passwort1" umsteigt (Platz 5).

"qwertz" auf Rang 6 deutet auf den Intellektuellen unter den Einfallslosen hin, während sich "arschloch" auf Platz 7 erst gar nicht die Mühe macht, sich als Mitglied der Deppenfraktion zu outen. Softies wählen übrigens "schatz" (Platz 8), dazwischen wieder der Knigge unter den Usern, der mit "hallo1" vorbildlich und formal völlig korrekt den ersten Hacker seines Kontos begrüßt, während die Animalischen unter den Usern gleich zu dem kommen, wofür das Internet ja gemacht ist: "ficken" (Platz 10).

Man braucht also als Hacker gar keine aufwendigen Tools zum Passwortknacken, einfach nur den angeblich so gesunden Menschenverstand einschalten, schon öffnen sich Konten fast von allein. Uebrigens: Genau deshalb gibt es jeden ersten Donnerstag im Mai (leicht zu merken!) den World Passwort Day. Der versucht seit 2013 auf einen verantwortungsvollen, sicheren Umgang mit Passwörtern hinzuweisen. Bei Goldfischen hat sich dieser wichtige Tag schon herumgesprochen.

Vom BSI empfohlener Passwort-Manager: KeePass 2017 mit Passwort-Generator und professioneller Verschlüsselung .

Bildquelle: softwarebilliger.de

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.