Offenes Wlan: Super Sache – vor allem für Hacker

Keine lästige Anmeldeprozedur mehr in Hotspots: Der deutsche Gesetzgeber schafft die Störerhaftung ab. Smartphone-Nutzer sollten noch vorsichtiger sein.

In anderen Ländern verbinden sich Smartphones automatisch in offene W-Lans, Nutzer müssen sich weder anmelden noch authentifizieren. Solche offenen Netze wird es künftig auch in Deutschland vermehrt geben. Denn bislang behinderte die so genannte Störerhaftung das freie Internet. Wer zum Beispiel ein Café betreibt und seinen Gästen W-Lan anbietet, muss als Betreiber eines Hotspots damit rechnen, dass er für illegale Downloads oder sonstige verbotene Aktivitäten seiner Gäste haftet. Entsprechend wenige Gastronomen oder Kommunen waren daher bereit, das Risiko einzugehen und verzichteten auf freies W-Lan. Nun also wird die Störerhaftung abgeschafft, das freie Internet wird sich auch hierzulande durchsetzen.

Was Branchenverbände wie der Bitkom begrüßen, wird auch Millionen Nutzer mobiler, internetfähiger Geräte freuen. Doch damit steigt auch das Risiko, dass Smartphone-Besitzer vermehrt von Hackern ins Visier genommen werden. Denn nichts für Cyberkriminelle leichter als sich über ungesicherte, sprich unverschlüsselte W-Lan-Schnittstellen Zugang zum Gerät und damit auf die Daten, Apps oder E-Mail-Konten zu verschaffen. „Gerade in ungeschützten W-Lan-Netzwerken, in Cafes, am Flughafen oder in Privathäusern, gleicht der Surfer dem gläsernen Menschen. Ohne entsprechenden Schutz fangen Kriminelle sensible Daten nahezu problemlos ab und treiben damit ihr Schindluder“, warnt beispielsweise der IT-Sicherheitsanbieter Seganos.

Dazu spannen Hacker einen Hotspot auf, der Smartphones in seiner Umgebung nach bereits einmal verbundenen W-lans scannt und dann vorgibt, das im Handy gespeicherte Funknetz (zum Beispiel das SID „Telekom_ICE“) zu sein. Ist das Funknetz unverschlüsselt, wie bei offenen Hotspots üblich, verbindet sich das Smartphone automatisch mit der Hotspot-Falle. Hacker haben dann Zugriff auf alle im Gerät angelegten Daten, Apps oder Konten. Sie können das mobile Gerät selbstverständlich auch als Wanze zweckentfremden.

Die schöne unbegrenzte Internetkommunikation per offene W-Lans birgt also heute schon erhebliche Risiken, die mit der steigenden Zahl freier Hotspots noch steigen werden. Nutzer sollten in jedem Fall vorsichtig sein und Vorsorge treffen.

Tipps für sichere Nutzung von Hotspots:

1. Grundsätzlich lieber verschlüsselte W-Lan-Verbindungen nutzen.

2. Verschlüsselte Kommunikation über VPN-Tunnel sind sicher und lassen sich in nahezu allen Betriebssystemen einrichten.

3. Alle vom Smartphone angezeigten unverschlüsselten W-Lan-Funkverbindungen aus der Liste der gespeicherten Netzwerke löschen und Hackern somit keine Angriffsfläche bieten.

4. Die Option automatische Verbindung in bekannte WiFi-Netze deaktivieren und die W-Lan-Sicherheit so einstellen, dass immer eine Zustimmung zur Verbindung erteilt werden muss.

5. W-Lan am Smartphone nicht dauerhaft eingeschaltet lassen, sondern im Zweifelsfall lieber sich über das Mobilfunknetz ins Internet einwählen. Das spart übrigens auch Akku-Laufzeit.

Bildquelle: mfy

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