Schadsoftware im bayerischen Atomkraftwerk entdeckt

Wovor IT-Sicherheitsexperten immer warnten, ist jetzt passiert: Eine Steuerung im Atommeiler Gundremmingen war mit einem Computervirus infiziert.

Marc Elsberg beschreibt in seinem Techno-Thriller „Blackout“ einen europaweiten Stromausfall, weil Hacker zuerst das italienische Stromnetz zusammenbrechen ließen und der Ausfall schließlich die Stromversorgung in ganz Europa lahm legte. Für viele mag das eine Fiktion sein, doch IT-Sicherheitsexperten warnen seither vor Hackerangriffen auf kritische Infrastrukturen wie Strom, Wasser oder eben Kraftwerke. Nun hat der Versorger RWE in seinem Atommeiler im bayerischen Gundremmingen eine Schadsoftware entdeckt. Im Systeme, das für die Brennelemente-Lademaschine zuständig ist, habe sich ein Virus befunden, das eine ungewollte Verbindung zum Internet aufbauen sollte, teilte der Betreiber mit.

Eine Gefährdung habe allerdings zu keinem Zeitpunkt bestanden, heißt es weiter. Die Rechner seien nicht mit dem Internet verbunden, eine Steuerung der Anlage über die infizierten Computer sei nicht möglich. Alle sensiblen Kraftwerksbereiche seien entkoppelt und manipulationsgeschützt ausgelegt, so der Kraftwerksbetreiber.

Ganz in Sicherheit wiegen können sich Betreiber kritischer Infrastrukturen vor Bedrohungen aus dem Internet aber nicht. Komplizierte Schadsoftware wie Stuxnet, Dugu oder Flame sind in der Lage, industrielle Systeme zu bedrohen. Von Stuxnet ist bekannt, dass dieser Virus iranische Atomreaktoren sabotiert hat. Viele vermuten hier einen gezielten stattlichen Cyberangriff. Angeblich sollen Israel und die USA Stuxnet eingesetzt haben, um Iran daran zu hindern, waffenfähiges Kernmaterial herzustellen.

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Bildquelle: akw_gundremmingen

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