Datenschützer sorgen sich um neue App Facebook Home

Facebook braucht kein eigenes Smartphone, um seine Mitglieder noch stärker an sich zu binden. Ein Facebook-Startbildschirm auf jedem Android-Handy ist viel besser – für Facebook zumindest.

Nun hat Marc Zuckerberg also die Katze aus dem Sack gelassen und nicht etwa ein eigenes Facebook-Handy angekündigt. Über eine mögliche Zusammenarbeit mit HTC wurde viel spekuliert, doch der Facebook-Chef hat einen viel besseren Weg gefunden, um das soziale Netzwerk in die Köpfe der mobilen Mitglieder zu bringen. Facebook kapert das Smartphone, so titelten Medien die neue Funktion Facebook Home, die Zuckerberg vergangene Woche unter großem Pressetrubel verkündet hat. Die neue Funktion könnte man als Master-App bezeichnen: Facebook Home ist eine Applikation, die den Startbildschirm des Smartphones bildet und alle andern Apps in den Hintergrund drängt. So hat der Nutzer stets die neuesten Nachrichten seiner Freunde im Blick. Weitere Facebook-Features dominieren die Oberfläche des Smartphones. Zum Einsatz kommt Facebook Home lediglich auf Android-Smartphones. Das quelloffene Google-Betriebssystem lässt im Gegensatz zu Apples iOS solche Zweckentfremdungen zu. Mit diesem neuen Design will Facebook künftig auch mobile Werbung auf die Startbildschirme der User bringen und so mehr Werbegelder einsammeln.

Der Eingriff von Facebook Home in das Android-Betriebssystem ist allerdings beträchtlich und ruft Datenschützer auf den Plan. "Es ist zu befürchten, dass jede Ein- und Ausgabe Facebook bekannt wird", warnt der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar. Zwar hat sich Facebook bei der Präsentation seiner neuen Android-Oberfläche bemüht, alle datenschutzrechtlichen Bedenken zu zerstreuen. Doch wie vorab die geleakte Version der offiziell erst für den 12.April zum Download bereit gestellten App zeigt, fehlt bei Facebook Home beispielsweise die Funktion ausloggen. Die Software könnte somit alle Schritte protokollieren, die ein Smartphone-Nutzer auf dem Gerät unternimmt. "Konsumenten sind sich gar nicht darüber bewusst", gibt Thomas R. Köhler, Geschäftsführer der Gesellschaft für Kommunikationsberatung CE21, zu bedenken.

Bildquelle: Facebook

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