Vorinstallierte Spionagesoftware auf neuen Smartphones

Vorsicht ist nun auch bei neuen Smartphones geboten. Denn viele Geräte auch namhafter Hersteller spähen die Aktionen der Nutzer aus und stehlen im schlimmsten Fall Nutzerdaten.

Bei mehr als 20 neuen Smartphones hat der IT-Sicherheitsspezialist G Data vorinstallierte Spionageprogramme entdeckt, darunter Geräte von namhaften Herstellern wie Lenovo und Huawei. Die gefährlichen Programme können Nutzerdaten stehlen.

Wer ein neues Smartphone kauft, muss davon ausgehen, dass selbst Neugeräte bereits kleine Wanzen sind. Noch bevor der Besitzer das erste Mal mit seinem Smartphone ins Internet geht und sich Schadsoftware einfängt, waren bereits Hacker am Werk. Nach den Enthüllungen über die umfangreichen Spionagefunktionen des Smartphones Star N9500, haben Sicherheitsexperten von G Data weitere Geräte anderer Hersteller untersucht und kamen zu einem erschreckenden Ergebnis: Über 24 Modelle von zum Teil bekannten Herstellern wie Huawei, Lenovo oder Xiaomi haben vorinstallierte Spionagefunktionen in der Geräte-Firmware aufgewiesen. Anders als bei den Star-Geräten, vermuten die Experten dahinter Zwischenhändler, die die Gerätesoftware verändern, um Nutzerdaten zu stehlen und mit eigener Werbung Geld zu verdienen.

Besonders gefährdet sind Geräte mit Googles Betriebssystem Android. Die Zahl der täglich neu entdeckten Schadcode-Varianten steigt unaufhörlich. Laut G Data bricht das erste Halbjahr 2015 alle bisherigen Schadcode-Rekorde. In diesem Zeitraum zählten die Sicherheitsexperten über eine Million neuer Android-Malware und damit fest genauso viel wie im gesamten Jahr davor. Zwischen April und Ende Juni zählten sie täglich über 6.100 neue Android-Schaddateien.

Ein Ende dieses Negativrekords sei nicht in Sicht, so G Data. Die Bochumer IT-Sicherheitsfirma geht davon aus, dass in der zweiten Hälfte 2015 nochmal ein deutlicher Anstieg von Android-Schaddateien zu erwarten ist. Bis Jahresende würden Hacker wohl über zwei Millionen Schad-Apps für Android-Smartphones und Tables in Umlauf bringen.

Verschärfend kommt hinzu, dass Android-Malware immer raffinierter wird. Das zunehmend steigende Know-how für Hacker lieferte ausgerechnet eine Firma aus der Branche der IT-Sicherheit, die selbst Opfer eines Hackerangriffs wurde. Es handle sich laut G Data um die Firma Hacking Team. Das in Mailand ansässige IT-Haus programmiert umfangreiche Malware für Geheimdienste und Staaten. Durch einen Cyberangriff auf das Unternehmen sei neben Firmendaten auch ein Quelltext für eine Android Malware veröffentlicht worden. Cyberkriminelle könnten diesen leicht zugänglich Wissensfundus ausnutzen und ausgereiftere Android-Malware in höherer Anzahl veröffentlichen, so G Data.

Aktueller Virenschutz sollte auf keinem mobilen Gerät fehlen.

Bildquelle: Huawei

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