Unechte Flatrates bei LTE-Tarife der Telekom

Vorsicht vor falschen Werbeversprechen: Die Telekom drosselt LTE-Tarife auf dem Land und macht aus schnellem Internet quälend lahme Verbindungen.

Bei ihren DSL-Tarifen ist die Deutsche Telekom nach einem jüngsten Gerichtsurteil eingeknickt und wird Tarife nicht mehr als Flatrate bewerben, die nach der Überschreitung eines festgelegten Datenvolumens die Übertragungsgeschwindigkeit drosseln. Ungeachtet dessen, laufen beim mobilen Internet die Werbekampagnen der Telekom weiter, die Flatrates versprechen, aber eigentlich gar keine sind. Aktuell versucht die Telekom in Gebieten ohne Breitbandanbindung Kunden ihre LTE-Tarife für das superschnelle Internet über Mobilfunk schmackhaft zu machen. Eine Übertragungsrate von 100 Mbit/s ist natürlich hervorragend. Doch nach einem Datenvolumen von zehn, 15 oder 30 Gigabyte ist Schluss mit lustig, beziehungsweise schnell.

Dann empfangen die Rechner Daten nur noch mit 384 Kbit/s. Videos anschauen ist damit so gut wie nicht mehr möglich. Außerdem: Billig sind die LTE-Tarife nicht. Sie kosten 35, 40 oder 50 Euro im Monat. Ist das Inklusivvolumen erreicht, können Kunden für 15 Euro zehn Gigabyte eine schnelle Übertragung dazukaufen. Die Drosselung ist also nichts weiter als eine kalkulatorische Komponente, damit die Telekom höhere Einnahmen erzielen kann. Technische Gründe vorzuschieben, weil etwa das rasant steigende Datenvolumen die Netze überlaste und Powersurfer auf Kosten von „Otto-Normal-Internetnutzern“ die Leitungen verstopfen, sind nicht der Grund für eine Einschränkung der Internetnutzung.

Mit Spannung warten viele Kunden darauf, wie die Telekom auf den jüngsten Vorstoß der Verbraucherzentrale Sachsen reagieren wird. Die Verbraucherschützer fordern von der Telekom einen Stopp der Werbeversprechen mit unechten Flatrates für ihre LTE-Tarife. Sie und haben dem Konzern eine Unterlassungserklärung zugestellt. Dem ehemaligen Staatsbetrieb und Netzmonopolisten droht nach dem Imageverlust wegen der DSL-Drosselung nun eine weitere juristische Niederlage.

Bildquelle: Telekom

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