Viele Hotel-Safes lassen sich leicht knacken

Panzerknacker statt Cyber-Hacker am Urlaubsort: In kürzester Zeit gelingt es Kriminellen, Hotel-Safes zu öffnen und Wertgegenstände zu klauen.

Reisedokumente, Bargeld, Mobilgeräte, Kameras, Schmuck oder Firmenunterlagen – egal ob im Urlaub oder auf Dienstreise, Touristen oder Geschäftsleute haben meist viele Wertgegenstände in ihrem Gepäck. Der Hotel-Safe ist allerdings nur bedingt der richtige Ort für eine zuverlässig sichere Aufbewahrung. Die Firma G Data aus Bochum hat gängige Safe-Modelle unter die Lupe genommen. Fazit: Gravierende Sicherheitsmängel machen es Kriminellen leicht, die Tresore zu knacken und leer zu räumen.

Mit verschiedenen Methoden lässt sich ein von den G Data-Sicherheitsexperten untersuchtes Safe-Modell öffnen: So ist der Safe ganz einfach mit dem vom Hersteller vorgegebenen Master-Code aufgegangen, der eigentlich nur in Notfällen ein Öffnen möglich machen soll. Zahlreiche Hoteliers verstellen den standardmäßigen Code allerdings nicht – und so haben Diebe dann leichtes Spiel. Eine weitere Möglichkeit zum Öffnen des Safes ist das Knacken des Notschlosses. Den eigentlichen Schlüssel dafür verwalten die Hotelmanager. Nach dem Abschrauben einer Plakette an der Front des Tresors, lässt sich das darunterliegende Schloss aber mit einem Dietrich öffnen. Auch durch einen Reset per Kurzschluss lässt sich der Code zurücksetzen und im Anschluss ein neuer eingeben, mit dem sich der Safe öffnen lässt.

Mit nur geringem technischem Aufwand können auch Safes in kürzester Zeit geöffnet werden, die per Magnetkarte schließen. Kriminelle kommen dann durch so genanntes Skimming an die Daten der Karte ran, warnt G Data. Skimming bezeichnet das illegale Ausspähen von Daten auf Kredit- oder Bankkarten. Dabei werden beispielsweise Geldautomaten modifiziert, um den Magnetstreifeninhalt der Karten auszulesen. Diebe können mit dieser Methode an Kreditkarteninformationen gelangen und diese für kriminelle Zwecke missbrauchen.

Statt spezielle Magnetkarten für den Safe auszugeben, akzeptieren einige Tresore Kreditkarten als Schlüssel. Doch Vorsicht: Hotelgäste sollten diese Option tunlichst ignorieren, rät G Data. Denn sonst könnten Kriminelle nicht nur den Safe knacken, sondern gleich die persönlichen Informationen auf der Kreditkarte ablesen und zweimal Beute machen.

Bildquelle: G Data

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